Die soziale Gestaltung einer ökologischen Steuerreform?

Das Beste aus mehreren Welten.

Autor/innen

  • Eva Six Wirtschaftsuniversität Wien
  • Vanessa Lechinger Wirtschaftsuniversität Wien

Schlagworte:

Umweltsteuern, Steuerpolitik, Verteilungseffekte, Armut, statistische Simulationsmethoden

Abstract

Die Herausforderung einer ökosozialen Steuerreform ist einerseits über die Erhöhung der Preise von
CO2-Emissionen, Anreize für ein umweltfreundlicheres Verhalten zu setzen und andererseits die soziale
Sicherung aller betroffenen Personen sicherzustellen. Im Rahmen dieses Beitrages analysieren wir die
Effekte der Einführung einer CO2-Steuer in der Höhe von 50€/tCO2 auf fossile Treib- und Heizstoffe
im österreichischen, privaten Haushaltssektor. Zudem werden potentielle Rückvergütungsmaßnahmen
diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse von drei unterschiedlichen Varianten des Ökobonus in
Hinblick auf die Bereiche Verteilungswirkung, praktische Durchführbarkeit und Armutsvermeidung. Die
statische Simulation der Reform erfolgt auf Basis des Mikrosimulationsmodells TAXSIM. Unsere Ergebnisse
zeigen, dass durch die Einführung einer CO2-Steuer reichere Haushalte, aufgrund ihrer höheren
Konsumausgaben auch höhere Steuerbeträge zahlen müssen. Betrachtet man die Verteilungswirkungen
jedoch im Verhältnis zum Einkommen zeigt sich eine stark regressive Wirkung, da ärmere Haushalte
einen höheren Anteil ihres Einkommens für Heiz- und Treibstoffe aufwenden müssen. Die Einführung
eines pauschalen Ökobonus kann der regressiven Wirkung einer CO2-Steuer nur begrenzt gegensteuern,
während eine einkommensabhängige Variante auf Basis des äquivalisierten Haushaltseinkommens am besten
Armut vermeiden kann. Aufgrund der schwierigen Durchführbarkeit in der Praxis, erscheint jedoch
eine einkommensabhängige Version auf Basis des individuellen Einkommens am geeignetsten, da diese
einfacher mit dem österreichischen Steuersystem vereinbar ist. Um zudem Anreize so zu gestalten,
dass besonders auch armutsgefährdete Personen zu umweltfreundlichen Alternativen umsteigen können,
müssen zusätzliche Maßnahmen, wie etwa Investitionen im Bereich Heizen und Mobilität durchgeführt
werden.

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Veröffentlicht

30.07.2021

Zitationsvorschlag

Six, E. und Lechinger, V. (2021) „Die soziale Gestaltung einer ökologischen Steuerreform? : Das Beste aus mehreren Welten“., Wirtschaft und Gesellschaft. Wien, Österreich, 47(2), S. 171–196. Verfügbar unter: https://journals.akwien.at/wug/article/view/2021_47_2_0171 (Zugegriffen: 20 September 2021).

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