Abstract
Quantitative Wohlstandsmaße (z.B. das BIP) sind als wirtschaftspolitische Zielgrößen zu kritisieren. Die qualitativen Komponenten des umfassenderen, volkswirtschaftlich relevanten Begriffs gesellschaftliche Wohlfahrt werden dabei missachtet: Öffentliche Güter wie Verteilungsgerechtigkeit, Vollbeschäftigung, Arbeitsplatz- und Umweltqualität werden jedoch vom Markt kaum produziert und würden eine entsprechende Wirtschaftspolitik erfordern. Doch auf Grund ihrer Analysemethodik und politischen Interessenlage nimmt die konservativ-liberale Wirtschaftswissenschaft und -politik auf solche wohlfahrtspolitischen Aspekte keine Rücksicht. Gerade in Zeiten der Entsolidarisierung propagiert sie den egoistischen, aber nicht ungefährlichen Wettbewerb auf globaler Ebene. Gleichzeitig ist ein Trend weg von wirtschaftspartnerlnnenschaftlicher Zusammenarbeit hin zur Shareholder-Mentalität festzustellen. Schließlich wird der Staat als Firma angesehen - eine Sicht, die, wie die anderen aufgezeigten Tendenzen, wirtschaftspolitische Verantwortlichkeit und gesellschaftliche Wohlfahrt aushöhlt.

