Abstract
Die Bekämpfung der Kinderarmut ist ein prioritäres politisches Ziel der EU und der österreichischen Bundesregierung. Das aktuelle Regierungsprogramm bekennt sich zu dieser Zielsetzung und sieht als Maßnahme zur Zielerreichung die Einführung einer 2-Säulen-Kindergrundsicherung vor. Gleichzeitig plädiert die Regierung für eine Weiterentwicklung der Indikatoren zur Erfassung von Armut. Letzteren Vorschlag greift der vorliegende Beitrag auf und geht der Frage nach, wie gut der EU-weite Indikator „Armutsgefährdung“ in der Lage ist, das Risiko von Kinderarmut vorauszusagen.
Dargestellt werden die dem Indikator zugrunde liegenden Annahmen. Zu seiner Evaluierung werden alternative Ansätze der Festlegung von Armutsschwellen erörtert und empirisch anhand des EU-SILC untersucht. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, welche weiteren methodischen Schritte zur Verbesserung der Erfassung der Armutsgefährdung von Kindern erforderlich sind. Vorgeschlagen wird aufgrund der Ergebnisse, neben der EU-weiten Erfassung einen zusätzlichen Indikator „fehlende finanzielle Mittel für ein gutes Leben“ auf der Basis von Referenzbudgets einzuführen.

