Dekolonisierung als Herausforderung für die (heterodoxe) Ökonomie: Dutt, Devika/Alves, Carolina/Kesar, Surbhi/Kvangraven, Ingrid H. (2025): Decolonizing Economics. An Introduction.

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Zitationsvorschlag

Bernegger, Julia (2026). Dekolonisierung als Herausforderung für die (heterodoxe) Ökonomie: Dutt, Devika/Alves, Carolina/Kesar, Surbhi/Kvangraven, Ingrid H. (2025): Decolonizing Economics. An Introduction. Wirtschaft und Gesellschaft 52 (1), 127–136. 10.59288/wug521.127-136
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Copyright (c) 2026 Wirtschaft und Gesellschaft

Rezensiertes Werk

Dutt, Devika/Alves, Carolina/Kesar, Surbhi/Kvangraven, Ingrid H. (2025): Decolonizing Economics. An Introduction.

Abstract

„Decolonizing Economics: An Introduction“ setzt bei der Selbstbeschreibung der spätneoklassischen Ökonomie als universale, wertneutrale Sozialwissenschaft an und legt deren koloniale und normative Voraussetzungen offen. Die Autorinnen argumentieren, dass zentrale Kategorien wie Entwicklung, Produktivität oder Marktintegration in imperialen Machtverhältnissen entstanden sind und bis heute eurozentrische Perspektiven reproduzieren. Als Einführung und zugleich disziplinpolitische Intervention fordert das Buch eine Öffnung von Lehrplänen, Publikationsstrukturen und methodischen Standards gegenüber kritischen, marginalisierten Stimmen aus der Peripherie und heterodoxen Traditionen. Dabei verschiebt es die Debatte um Pluralismus explizit in Richtung globaler Ungleichheitsverhältnisse und beantwortet implizit die Frage, wie disziplinäre Relevanz jenseits des universalistischen Anspruchs neu begründet werden kann. Die Antwort liegt in einer Neubestimmung wissenschaftlicher Gütekriterien: nicht über vermeintliche Neutralität, sondern über historische Kontextualisierung, Reflexion („strong objectivity“) und einen radikalen Universalismus, der strukturelle Ungleichheit analytisch wie politisch ernst nimmt.

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