"Twin-City" Wien - Bratislava? Strukturelle Voraussetzungen für interregionale Arbeitsteilung in der grenzüberschreitenden Stadtregion

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Zitationsvorschlag

Mayerhofer, Peter (2009). "Twin-City" Wien - Bratislava? Strukturelle Voraussetzungen für interregionale Arbeitsteilung in der grenzüberschreitenden Stadtregion. Wirtschaft und Gesellschaft 35 (3), 421–452.
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Abstract

Der vorliegende Beitrag untersucht die strukturellen Voraussetzungen für eine tragfähige interregionale Arbeitsteilung in der grenzüberschreitenden Stadtregion Wien-Bratislava. Aufbauend auf einige theoretische Erwartungen, die zu Spezialisierung und Strukturwandel im Integrationsraum aus den Ergebnissen der ökonomischen (Integrations-) Theorie abgeleitet werden können, wird untersucht, welche komparativen Vorteile die Teilräume des Standortraums mitbringen, welche Spezialisierungen vorherrschen und ob sich die Wirtschaftsstrukturen der beiden Städte im Zeitablauf annähern oder bestehende Unterschiede verschärft zu Tage treten - eine letztlich entscheidende Frage, weil dies nicht zuletzt darüber bestimmt, ob in der Großregion langfristig Konkurrenz- oder Kooperationsbeziehungen vorherrschen und ob aus den strukturellen Gegebenheiten der Teilräume Synergien für eine gemeinsame Standortpolitik abgeleitet werden können. Die Ergebnisse lassen es durchaus denkbar erscheinen, die im europäischen Rahmen einzigartige "Twin-City"-Konstellation für Vorteile im internationalen Standortwettbewerb zu nutzen. Die nach wie vor hohen Lohndifferenziale innerhalb der Zwillingsstadt stehen mit bestehenden Produktivitätsdifferenzialen zunehmend in Einklang, sodass Aspekte der Kostenkonkurrenz einer intra-regionalen Arbeitsteilung in der grenzüberschreitenden Stadtregion kaum noch im Wege stehen. Vor allem aber verläuft der rasante Strukturwandel in der Twin-City (bei gemeinsamer Position als "Dienstleistungszentrum" der größeren Centrope-Region) in Richtung einer weiteren Entflechtung der Spezialisierungen in den Teilstädten. Zumindest in der hier analysierten Zeitperiode haben sich damit stärker komplementäre Standortstrukturen in Wien und Bratislava herausgebildet, auf deren Basis eine kooperative Entwicklung des Gesamtraums denkbar erscheint.

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