Rezensiertes Werk
Roig, Emilia (2024): Das Ende der Ehe: Für eine Revolution der LiebeAbstract
Das Buch analysiert die Ehe als zentrale Institution patriarchaler Macht und widerspricht der Idee, sie sei eine private oder natürliche Form der Liebe. Emilia Roig versteht Geschlecht als gesellschaftliches Verhältnis, das Ungleichheit systematisch reproduziert. Die Ehe erscheint als rechtliches, ökonomisches und kulturelles Arrangement, das Frauen unbezahlte Sorgearbeit, emotionale Verfügbarkeit und Abhängigkeit zuweist. Normative Vorstellungen von Liebe, Glück und Familie stabilisieren diese Ordnung, indem sie die heterosexuelle Kernfamilie als „natürlich“ darstellen. Konzepte wie Amatonormativität, Zwangsheterosexualität oder globale Sorgeketten zeigen die enge Verflechtung von Patriarchat und Kapitalismus. Abschließend plädiert Roig für die Abschaffung der Ehe zugunsten einer grundlegenden Transformation von Liebe und Fürsorge.

