Abstract
Die Vermögenskonzentration in Österreich ist enorm und wird ohne Gegenmaßnahmen weiter zunehmen. Ungleiche Erbschaften stehen im Widerspruch zu Chancengerechtigkeit und verringern die soziale Mobilität. Im Gegensatz zu den meisten anderen OECD-Staaten hebt Österreich jedoch keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr ein. Dabei hätte diese neue Einnahmenquelle gleich mehrere Vorteile: Sie würde zur Finanzierung des durch den demographischen Wandel stark unter Druck stehenden Pflegesystems beitragen, die Steuerstruktur verbessern und zu einer gerechteren Budgetkonsolidierung beitragen. Obwohl eine progressiv ausgestaltete Erbschafts- und Schenkungssteuer mit hohen Freibeträgen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung trifft, sind die Einnahmenpotenziale von 1 bis 2 Mrd. Euro beträchtlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auf Basis aktueller Schätzungen davon ausgegangen werden kann, dass sich das Erbvolumen in Österreich bis 2050 verdoppeln wird.

