Abstract
Sowohl das Bruttosozialprodukt, das seit den 70er-Jahren als Wohlfahrtsmaß immer wieder in Frage gestellt wird, als auch die Sozialleistungsquote stellen für die Beschreibung und den Ländervergleich von wohlfahrtsstaatlichen Leistungen wenig geeignete Indikatoren dar. In diesem Beitrag wird - in Anlehnung an den Capability-Ansatz von Amartya Sen - ein neuer Weg vorgeschlagen: Wohlfahrt wird beschrieben durch individuelle Ressourcen wie Gesundheit, Bildung, Einkommen, soziale und psychischen Ressourcen. Die Wirkungen wohlfahrtsstaatlichen Handelns lassen sich daran messen, inwiefern sie die Ausstattung der BürgerInnen mit diesen Ressourcen verbessern. Mit dieser Vorgehensweise lassen sich auch die Mechanismen analysieren, die soziale Ungleichheit aufrechterhalten und zementieren. Es zeigt sich, dass besonders die Beeinflussung bzw. "Zuteilung" von Bildung in der frühen Lebensphase eine Möglichkeit darstellt, um Ungleichheit zu verringern.

