Funktionale Einkommensverteilung und aggregierte Nachfrage im Euro-Raum

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Zitationsvorschlag

Stockhammer, Engelbert (2007). Funktionale Einkommensverteilung und aggregierte Nachfrage im Euro-Raum. Wirtschaft und Gesellschaft 33 (2), 175–198.
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Abstract

Rein theoretisch lässt sich die Frage, welche Effekte eine Erhöhung der Lohnquote auf die aggregierte Nachfrage hat, nicht eindeutig beantworten, da es sowohl positive als auch negative Effekte gibt. Auf die privaten Konsumausgaben hat sie einen positiven Effekt, da BezieherInnen von Lohneinkommen eine höhere Konsumneigung haben als BezieherInnen von Kapitaleinkommen. Auf die (privaten) Anlageinvestitionen hat sie negative Auswirkungen, da diese positiv von den Gewinnen abhängen. Auf die Nettoexporte hat eine Erhöhung der Lohnquote ebenfalls einen negativen Einfluss, da mit der Lohnquote auch die Lohnstückkosten steigen und daher die preisliche Konkurrenzfähigkeit sinkt. Die Frage wurde für den Euro-Raum empirisch untersucht. Die ökonometrische Untersuchung ergibt folgendes Bild: Der Euro-Raum stellt insgesamt ein klar lohngetriebenes Nachfrageregime dar. Eine Erhöhung der Lohnquote um einen Prozentpunkt führt zu einer Erhöhung der Nachfrage um 0,2 Prozentpunkte des BIP. Europaweite Lohnzurückhaltung hat daher kontraktive Nachfrageeffekte. Zur Stabilisierung der Lohnquote werden Lohnkoordination und eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik empfohlen.

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