Abstract
Im vorliegenden zweiten Teil der Arbeit wird versucht, die Frage nach dem Beitrag der europäischen Beschäftigungsstrategie zur unbestreitbaren Verbesserung der Lage auf den europäischen Arbeitsmärkten zu beantworten. Im Kern können die Überlegungen in den vier Unterabschnitten als Variation zum Thema "Strukturelle Arbeitslosigkeit oder der Einfluss des Wachstums bzw. von Strukturreformen auf die Entwicklung der Arbeitsmärkte" gelesen werden. Zunächst wird eine möglichst exakte Beschreibung der Änderung in der Arbeitsmarktperformanz gegeben: Waren die Verbesserungen zyklischer oder struktureller Natur? Danach werden die Umsetzungsbemühungen der EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich des Luxemburg-Prozesses im Detail analysiert - offensichtlich wurden mit diesem Verfahren nur wenige Reformen originär in Gang gesetzt. Dieses Urteil gilt auch für Österreich, dass zwar noch immer eine vergleichsweise günstige Arbeitsmarktlage aufweist, aber mit einer fehlenden Dynamik über den Zeitraum 1998-2002 konfrontiert ist. Schließlich zeigen Zerlegungen von Arbeitsmarktvariablen in eine zyklische und eine Trend-Komponente, dass aller Wahrscheinlichkeit nach mehr als die Hälfte der Verbesserungen auf den europäischen Arbeitsmärkten auf die guten Wachstumsraten der Jahre 1998-2000 zurückzuführen sind. Dieses empirische Faktum ignorierend sieht der wirtschaftspolitische Hauptstrom jedoch noch immer das Heil in Strukturreformen am Arbeitsmarkt.

