Abstract
Offshoring, das Verlagern von Produktion und Dienstleistungen in andere Länder, wird von Wirtschaftseliten oftmals als Notwendigkeit dargestellt, während verschiedene soziale Bewegungen solche Verlagerungen kritisch hinterfragen. Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob sich diese unterschiedlichen Diagnosen auch in individuellen Wahrnehmungen und Bewertungen widerspiegeln und weiters mit Boykott von Produkten bzw. Unterstützung von entlassenen ArbeiterInnen einhergehen. Dazu wurden 89 qualitative Leitfadeninterviews in der Steiermark und West Virginia durchgeführt und interpretiert. Die Analyse zeigt länderübergreifende und länderspezifische Diagnosen, wobei letztere von nationalen Ideologien beeinflusst werden. Unterstützung für Entlassene ist von den individuellen Diagnosen eher unabhängig. Politischer Boykott von Produkten ist eher bei in Wirtschaftsmodellen denkenden Menschen zu finden, andererseits versagt diese Gruppe den betroffenen Arbeiterinnen und Arbeitern aber die Unterstützung.

